Vergaser reinigen (Fotostory)

Moin moin,
die Maschine meiner Frau (eine CX 500 C) wurde im letzten Jahr wenig gefahren. Nach so langer Standzeit wollte sie natürlich nicht anspringen. Auch der bewährte Trick – Ablassen des alten Benzins aus den Schwimmerkammern – hat hier leider nicht geholfen. Daher also mal die Vergaser begutachten….

Zunächst Tank und Sitzbank abbauen (wie das geht, siehst du hier).  Falls vorhanden, muss die mittlere Motoraufhängung abgebaut werden:

Um besser an die Vergaser zu kommen, wird die mittlere Motorhalterung ganz abgebaut.

Um die Vergaser abzubauen, löse ich zunächst die Ansaugstutzen (sog. Isolatoren) vom Zylinderkopf : Schlauchschelle und Schrauben am Zylinderkopf lösen.

Schelle am Vergaser lockern.

unterer Bolzen

 

 

 

 

 

 

Dann lässt sich der Stutzen leicht nach oben verdrehen, so dass er frei kommt und vom Vergaser abgezogen werden kann:

rechter Stutzen nach oben verdreht.

Ansaugstutzen entfernt

 

 

 

 

 

Anschließend die Schlauchschellen der luftfilterseitigen Anschlüsse lösen und die gesamte Vergaserbatterie vorsichtig zur linken Seite herausziehen.

Die Bowdenzüge (Choke-Zug, Öffner und Schließer-Zug) werden anschließend von der Vergaserbatterie gelöst.

Dazu wird die Welle so verdreht, dass die Züge ausgehakt und die Nippel der Bowdenzüge aus den Halterungen herausgedrückt werden können.

 

Jetzt kann die komplette Vergaserbatterie auf der Werkbank weiter bearbeitet werden. 

 

 

 

 

Zunächst auf den Kopf stellen und die drei Schrauben der Schwimmerkammer lösen, Schwimmerkammer abnehmen:

 

 

 

 

Wie man sieht, haben sich in der Schwimmerkammer grüne Ablagerungen gebildet.  In diesem Fall ist die lange Standzeit von mehr als 18 Monaten daran Schuld. Die Ablagerungen  werden mit frischem Benzin, Bremsenreiniger und mechanisch (mit Lappen und mit feinstem Schleifpapier) entfernt. Vorsicht! Das Gussmaterial ist ziemlich weich!! Auch die Schwimmkörper und das Schwimmerventil werden sorgfältig geputzt, bis es so aussieht:

…geputzte Schwimmerkammer!

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist zu empfehlen, die Schwimmernadel und die Dichtung bei dieser Gelegenheit zu erneuern (gibt’s im einschlägigen Handel). 

Natürlich ist als nächstes die andere Schwimmerkammer dran. Achtung, Teile nicht vertausuchen. Am besten ist es, die erste Schwimmerkammer wieder zu montieren, bevor die zweite geöffnet wird.

 

Vergaserbatterie ohne Schwimmerkammern (steht hier „auf dem Kopf“)

 

 

Falls erforderlich, können jetzt auch die Düsen ausgebaut werden. (Ich habe das diesmal nicht getan.) Dazu ggf. den mittig sitzenden Düsenstock mit dem Schlitzschraubendreher lösen. Die Leerlaufdüse findet man unter dem schwarzen Gummistopfen. WARNUNG:  Die Düsen sind empfindlich! Wenn du sie aufreibst, sind überfettetes Gemisch und schlechtere Leistung bei höherem Verbrauch die Folge! Sinnvoll ist nur die Reinigung im Ultraschall-Bad (…dein Gebissreiniger!) oder der Austausch gegen neue Düsen.

Anschließend den Vergaser wieder zusammen bauen. Wenn keine neuen Dichtungen verwendet werden, lege ich die gebrauchten und unbeschädigten Dichtungen vorher in Silikonöl oder WD40 ein. Sie entspannen sich dadurch etwas und passen sich dann beim Einbau wieder besser ein.

Der Wiedereinbau der Vergasereinheit erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge des Ausbaus:  Die drei Züge (Öffner, Schließer und Choke) einhängen, Choke mit Schraube sichern.  Vergaser in den Rahmen „einfädeln“, in Position bringen und auf die Luftanschlussstutzen drücken, mit Schlauchschellen fixieren. Danach die „Isolatoren“ aufstecken (neuer O-Ring?) und in die richtige Stellung verdrehen, die Schrauben zum Zylinderkopf einführen und anziehen. Anschließend Schlauchschelle anziehen.

Tank montieren, Benzinschlauch am Vergaser anbringen und befestigen. Danach Funktion prüfen. Wenn Ok, Sitzbank anbauen, Probefahrt.